Thomas Mann

"Das putzt ganz ungemein."

Neuer Sammelband über "Dinge im Werk Thomas Manns"

In jüngster Zeit erfährt die materielle Seite von Kultur großes Interesse in den Geisteswissenschaften. Dabei rückt insbesondere die Frage nach der Welt der Dinge in den Fokus. Wurden Forschungen zur Bedeutung von Dingen für Gesellschaften der Vergangenheit und Gegenwart zunächst durch die Ethnologie, die Kulturanthropologie und die Archäologie geprägt, finden sich inzwischen auch zunehmend Studien aus dem Bereich der Literatur-, Film- oder Bildwissenschaften; Disziplinen also, die sich nicht mit realen Artefakten befassen, sondern vor allem Repräsentationen und imaginäre Entwürfe von Dingen in den Blick nehmen.

Bislang haben in aktuellen germanistischen Diskussionen um materielle Kultur vorzugsweise die Literatur um 1800 sowie die Arbeiten Stifters, Raabes, Hofmannsthals, Rilkes oder Kafkas Beachtung gefunden, nicht aber das Werk Thomas Manns. Diese Forschungslücke ist deshalb erstaunlich, weil sich in Manns Texten eine Vielzahl von Objekten finden lässt, denen als Dingmotiven zentrale Bedeutung zukommt – wie etwa der Elfenbeintafel in Der Erwählte, dem Fieberthermometer, der Taufschale, dem Bleistift, dem Röntgenbild und der Zigarre im Zauberberg, der Sammlung kitschiger Kunstobjekte in Gladius Dei oder dem Hochzeitsschleier in den Josephs-Romanen.

Ziel dieses Bandes ist es, den Facettenreichtum von Thomas Manns literarästhetischem Zugriff auf die Kultur der Dinge erstmals in größerem Umfang zu untersuchen.

Andrea Bartl/Franziska Bergmann (Hg.): Dinge im Werk Thomas Manns, Paderborn: Fink-Verlag 2019

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