Thomas Mann

"Das putzt ganz ungemein."

Preisträgerinnen Thomas Mann-Förderpreis 2019

Der Förderpreis 2019 der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft geht an Aglaia Kister (Universität Tübingen) für ihre Masterarbeit „Aus dem Selben und Gleichen das immer Neue. Wiederholung und Differenz in Thomas Manns Josephsroman“. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird am 22. September 2019 im Rahmen der Herbsttagung der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft in Lübeck überreicht.

In ihrer Arbeit folgt Kister der These, dass die Romantetralogie Joseph und seine Brüder eine Ästhetik und Philosophie der nicht-identischen Wiederholung entfaltet, die einen Gegenentwurf zum Fundamentalismus, Mythenmissbrauch und Reinheitswahn des zu ihrer Entstehungszeit herrschenden Nationalsozialismus bildet.

In der Begründung der Jury heißt es: „Frau Kister schließt in ihrer Interpretation an zentrale Theoreme des poststrukturalistischen Denkens an und zeigt eindrücklich, wie fruchtbar eine Lektüre der Tetralogie vor dem Hintergrund dieser Theorien sein kann. In vorbildlicher Weise verknüpft Kister dabei eine hohe theoretisch-methodische Fundiertheit mit einer akribischen Lektüre des Textes – und das nicht zuletzt in einer sprachlich so ansprechenden Art und Weise, dass die Lektüre nicht nur viele Erkenntnisse für die Leser bereit hält, sondern zudem ungemein kurzweilig ist.“

Mit einer besonderen Erwähnung und einem Preisgeld von 500 Euro ausgezeichnet wird bei der Verleihung auch Nicole M. Mueller (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) für ihre Masterarbeit „Die japanische Tonio Kröger-Rezeption. Bedingtheiten, Potenziale, Grenzen einer kulturüberschreitenden literarischen Reappropriation, nachvollzogen am Übersetzungsvergleich“. Mueller untersucht darin, wie sich der historische Verlauf der japanischen Thomas Mann-Rezeption auf die sprachliche und thematische Gestaltung der japanischsprachigen Übersetzungen der Thomas Mann-Erzählung Tonio Kröger aus den Jahren 1927, 1965 und 2011 auswirkt. Sie wurde in einer deutsch- und einer japanischsprachigen Fassung vorgelegt.

Weitere Informationen zu den Preisträgerinnen
Aglaia Kister (25) hat gerade an der Universität Tübingen bei Prof. Dr. Eckart Goebel und Prof. Dr. Barbara Thums ihre Dissertation „Fragile Balance. Schwindelerfahrungen und Gleichgewichtsideale im Werk Thomas Manns“ im Rahmen des Promotionsverbundes „Theorie der Balance. Formen und Figuren des Gleichgewichts in Medien-, Kunst- und Literaturwissenschaft“ eingereicht.
Nicole M. Mueller (29) weitet in ihrer Promotion an der MLU Halle-Wittenberg bei Professor Dr. Christian Oberländer ihre Forschung in der vergleichenden Übersetzungsanalyse in Kooperation mit dem Institut für Informatik bzw. der TopicExplorer-Forschungsgruppe an der MLU Halle-Wittenberg (PD Dr. Alexander Hinneburg) digital aus.

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