"Es ist doch schön, von Sinnen zu sein!"

Lektüre-Workshops

Die Lektüre-Workshops sind angelegt als moderierte Diskussionen für interessierte Leserinnen und Leser. Sie werden jeweils parallel am Freitag, 20.9.2019, 16.30-18 Uhr und am Samstag, 21.9.2019, 17-18.30 Uhr angeboten.
Die Teilnehmer des Workshops "Geschaute Erzählung" erhalten nach dem Anmeldeschluss am 23. August 2019 einen Reader.  Für die Teilnahme am Workshop "Der kleine Herr Friedemann" empfehlen wir eine gründliche Lektüre des Textes.
Bei der Anmeldung zur Tagung können Sie sich zu den Workshops anmelden.

 

Workshop Der kleine Herr Friedemann
„Die Amme hatte die Schuld“ – mit diesem knappen Satz beginnt Thomas Mann seine Erzählung „Der kleine Herr Friedemann“, die für ihn im doppelten Sinne einen Durchbruch bedeutete: Mit ihr begann nicht nur die lebenslange Zusammenarbeit mit den S. Fischer-Verlag – Thomas Mann fand nach eigener Aussage mit diesem Text auch erstmals die „diskreten Formen und Masken, in denen ich mit meinen Erlebnissen unter die Leute gehen kann“.
In unserem Workshop wollen wir dieses Schlüsselwerk gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer genauen Lektüre unterziehen – und etwa fragen, wie belastbar die emphatische Behauptung des Erzählers von der Schuld der Amme ist. Oder wie Thomas Mann die beiden Protagonisten in Abweichung von tradierten Geschlechterrollen zeichnet.
Martina Schönbächler wird außerdem in einem Kurzreferat näher auf die Figur der Gerda von Rinnlingen und deren Bedeutung für Manns Gesamtwerk eingehen.
Dabei möchten wir die Diskussion thematisch aber offen halten und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich dazu einladen, weitere Aspekte einzubringen und eigene Fragen an den Text zu stellen.

Oliver Fischer ist freier Journalist und Vorsitzender der Thomas Mann-Gesellschaft Hamburg. Martina Schönbächler arbeitet als Literaturwissenschaftlerin an der ETH Zürich und schreibt derzeit an ihrer Dissertation über Thomas Manns „Joseph in Ägypten“.

 

 Workshop "Geschaute Erzählung". Thomas Manns Film-Essays und der Entwurf zu "Tristan und Isolde"
Der Film hat Thomas Mann früh interessiert. In Essays wie „Der Film, die demokratische Macht“ (1923), „Über den Film“ (1928) und „Film und Roman“ (1955) hat er sich theoretisch dazu geäußert; Filmszenen lassen sich aber auch in Erzählungen und Romanen wie Der Tod in Venedig (1912), Der Zauberberg (1924) und Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1954) erkennen. Näher beschäftigen wir uns mit dem Entwurf zu dem nicht verwirklichten Film Tristan und Isolde (1922).

Ein Reader mit den Texten, die im Zentrum des Workshops stehen, geht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nach dem 23. August 2019 gesondert zu.

Weitere Empfehlung für die Vorbereitung:
Viktor Mann, Der Film von Tristan und Isolde, in: ders., Wir waren fünf. Bildnis der Familie Mann. Konstanz, Südverlag, 1949, 5. Auflage 2017, S. 447-482
Dirk Heißerer: „Die Situation ist neu und reizvoll“. Thomas Mann im Tonfilm (1929). In: JUNI-Magazin für Literatur und Kultur, Bielefeld, Aisthesis-Verlag, H. 55/56, 2019, S. 11-31

Dr. Dirk Heißerer ist Literaturwissenschaftler und Vorsitzender des Thomas-Mann-Forums München e.V.

 

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