"Es ist doch schön, von Sinnen zu sein!"

Legenden vom Exil

Freitag, 24.09.2021, 16.30-18 Uhr

Sektion II: Unsichere Identitäten

Legenden vom Exil. Das Gesetz und Der Erwählte
Prof. Dr. Elisabeth Galvan (Neapel/Italien)

Das Thema „Exil“ wird sowohl in der alttestamentarischen, 1943 entstandenen Moses-Erzählung als auch im Mittelalter-Roman der unmittelbaren Nachkriegszeit auf vielfältige Weise verhandelt. Jenseits ihrer ganz unterschiedlichen zeitlichen und mythologischen Verortung sind Erzählung und Roman nicht nur durch ihren gemeinsamen (wenn auch unterschiedlichen) Freud-Bezug und die religionspsychologische Perspektive verbunden. Beide Texte thematisieren unsichere Identitäten und Topographien, hybride Kulturen, fließende geographische und sprachliche Übergänge, Ortlosigkeit, Aussetzung, Flucht und Exil und erweisen sich damit als Reflex auf die Zeit und als Zeugnisse des „Exils als geistiger Lebensform“.

Empfehlung für die Vorbereitung der Tagungsteilnehmenden:
Neben den beiden Primärtexten "Das Gesetz" und "Der Erwählte":
Hartmann von Aue: Gregorius, mittelhochdeutsch/neuhochdeutsch, Reclam 2011 (oder jede andere Ausgabe)
Sigmund Freud: Der Moses des Michelangelo (1914)
Ders.: Der Mann Moses und die monotheistische Religion (1939)

  

Prof. Dr. Elisabeth Galvan ist Ordentliche Professorin für deutsche Literatur an der Universität L’Orientale, Neapel. Neben zahlreichen Publikationen zu Thomas Mann in Deutschland und Italien hat sie jüngst die italienische kommentierte Neuausgabe des „Erwählten “ umfangreich eingeleitet (L’Eletto, Mondadori, I Meridiani 2021).

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