Heinrich Mann-Tagung 2026
Naturkonzepte bei Heinrich Mann
Bei Heinrich Manns politisch konturiertem Autorprofil denken wir nicht in erster Linie an ›Natur‹ – umso interessanter dürfte es sein, uns diesen Themenkomplex auf der Lübecker Jahrestagung, 28. bis 29. März, "Naturkonzepte bei Heinrich Mann" einmal genauer anzusehen, der erstaunlich vielfältig im Werk präsent ist. Natur umfasst dabei nicht nur Flora und Fauna, Pflanzen wie die weiße Winde in der frühen Novelle Das Wunderbare (1897) und Tiere wie Dogge und Dackel im Roman Der Untertan (1918) oder die »lustigen Tiere« im Roman unter feinen Leuten Im Schlaraffenland (1900), sie kommt mit Wind und Wetter auch metaphorisch daher etwa in der Novellensammlung Stürmische Morgen (1906), satirisch wie in Diederich Heßlings Kahnfahrt mit Agnes Göppel auf dem Weiher (Der Untertan) oder emphatisch mit Bedeutung aufgeladen quasi als Sozialisationsinstanz in den Landschaftsschilderungen, exponiert zum Beispiel im Roman Zwischen den Rassen (1907) oder gleich zum Auftakt mit den Pyrenäen auch im Exilroman Die Jugend des Königs Henri Quatre (1935). Dazu kommen Natur betreffende Kontexte wie Naturalismus und Naturwissenschaft. Wie stellen sich Naturkonzepte bei Heinrich Mann dar? Welche Naturbegriffe vertritt er (Natur versus Kultur, Natur als Gegenwelt, Natur als konstitutive Instanz einer ›menschlichen‹ Natur)? Wir wollen insgesamt danach fragen, welche Rolle ›Natur‹ durchaus auch im breiteren Diskurs von Mensch-Umwelt-Verhältnissen konzeptionell im Werk Heinrich Manns spielt, wie ›Natur‹ ästhetisch und politisch verhandelt wird und welche Perspektiven sich daraus ergeben.
Bitte melden Sie sich bis zum 20. März an unter: hmg@buddenbrookhaus.de
Das Programm zur Tagung sowie weitere Informationen finden Sie hier.
Veranstaltungsort:
Museum für Natur und Umwelt
Vortragssaal
Musterbahn 8
23552 Lübeck
