"Ich bin sehr scharf im Kopf heute."

Lektüre-Workshop "...ich wollte, wir könnten das ganz einfach ignorieren!"

„… ich wollte, wir könnten das ganz einfach ignorieren!“ Versäumte Weihnachtsfeier und Jubiläum mit Wolkenbruch: Feste in den Buddenbrooks.

Er sei, so mokierte Thomas Mann sich einmal, in weiten Kreisen als Schilderer guter Mittagessen berühmt. Die Vorstellung opulent zelebrierter bürgerlicher Repräsentanz verbindet sich für viele bis heute mit seinem Erstlingsroman. Dies Bild werden wir im Workshop hinterfragen und die Bedeutung und Funktion, aber auch die Veränderung der die Buddenbrooks durchziehenden größeren und kleineren Feiern näher untersuchen.
Feste sind seit jeher ein dankbares Sujet der Literatur. Sie sind Brennpunkte konvergierender Handlungsstränge, Konzentrate mit theatralischem Potenzial, konstellieren Figuren und Themen. Einige der Fäden, die hier zusammenlaufen, werden wir genauer ansehen und uns darüber wesentliche Romanentwicklungen erschließen. Wie verhält es sich mit der gesellschaftlichen Repräsentanz und Relevanz, wie mit dem Verhältnis zur Tradition? Wir werden einen Blick auf die Erzählinstanz werfen, auf die evozierte Stimmung und auf einige Momentaufnahmen des Innenlebens der Protagonisten. „Funktionieren“ die Feste noch, und was wird hier eigentlich erzählt?

  © Privat

Dr. Britta Goerke hat Germanistik und Anglistik studiert und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zu Thomas Manns Buddenbrooks promoviert. Über das Werk Thomas Manns hinaus richtet sich ihr Forschungsinteresse u.a. auf die Literatur der Moderne (J. Joyce, T.S. Eliot). Besonders beschäftigen sie Fragestellungen der Narratologie, des Verhältnisses von Faktualität und Fiktionalität sowie auch der Lyrikanalyse. 
Sie ist Mitglied der Thomas-Mann-Gesellschaft; ihr Buch „Gleitende Abhänge. Thomas Manns Buddenbrooks und der Aufbruch in die Moderne” ist 2025 ist bei Königshausen & Neumann erschienen.

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