Erstes Thomas-Mann-Stipendium des Freistaats Bayern geht an die belarussische Schriftstellerin Volha Hapeyeva
In der Pressmeldung vom 02. November heißt es:
Neue Literaturauszeichnung im Geiste von Thomas Mann für Autorinnen und Autoren im Exil – Kunstminister Blume: „Volha Hapeyeva ist die perfekte erste Stipendiatin. Mit ihrem literarischen Werk zeigt sie eindrucksvoll, dass die Freiheit des Denkens Grenzen und Diktaturen überwindet.“
„Das Thomas Mann Stipendium ist genau das richtige Signal in diesen Zeiten und Volha Hapeyeva ist die perfekte erste Stipendiatin. Mit ihrem literarischen Werk zeigt sie eindrucksvoll, dass Worte stärker sein können als Repression und dass die Freiheit des Denkens Grenzen und Diktaturen überwindet“. Das gab Kunstminister Markus Blume heute in München bekannt. Die neu geschaffene Auszeichnung wird künftig alle zwei Jahre an eine in Bayern lebende Schriftstellerin oder einen Schriftsteller im Exil vergeben. Sie erinnert an Thomas Manns eigenes Exil und setzt ein Zeichen gegen die Unterdrückung geistiger Freiheit. „Thomas Mann machte sein Exil zu einem Ort großer Literatur und klarer Worte gegen die Diktatur. Sein Werk steht bis heute für den unbedingten Glauben an die Freiheit des Denkens und die Verantwortung von Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Dass Volha Hapeyeva die erste Trägerin des Thomas-Mann-Stipendiums ist, könnte deshalb kaum passender sein. Wie Thomas Mann lebt sie heute im Exil. Sie gehört zu den bedeutendsten Stimmen der belarussischen Gegenwartsliteratur. Ihre Literatur verbindet Sprachkunst mit philosophischer Tiefe und zeigt, wie Erinnerung, Sprache und Identität auch unter den Bedingungen von Verfolgung und Unterdrückung bewahrt werden können. Mit dem Thomas-Mann-Stipendium ehren wir eine herausragende Autorin und senden zugleich ein deutliches Signal für die Freiheit der Literatur“, so Blume.
Mit Volha Hapeyeva wird eine Autorin ausgezeichnet, die zu den wichtigsten Stimmen des belarussischen literarischen Exils zählt. Die 1982 in Minsk geborene Schriftstellerin, Linguistin, Übersetzerin und Künstlerin kehrte angesichts der zunehmenden Repressionen in Belarus seit 2020 nach einem Auslandsaufenthalt nicht in ihre Heimat zurück. Sie war 2021/2022 Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des PEN Deutschland und lebt seit 2024 in München. Volha Hapeyeva schreibt auf Belarussisch und Deutsch. In Ihrem literarischen Schreiben beschäftigt sie sich mit Themen wie Sprachen, Empathie, Identität und Entfremdung. Sie hat 15 Bücher auf Belarussisch veröffentlicht, sechs Bücher sind auf Deutsch veröffentlicht, drei davon auf Deutsch verfasst. Ihr lyrisches Werk wurde in 15 Sprachen übersetzt. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den „Wortmeldungen“-Literaturpreis 2022 (Deutschland), den manuskripte-Preis 2025 (Österreich) und den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau (2026). Sie war u.a. Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms DAAD und des Friederike Mayröcker Poets-in-Residence-Programms (Wien). Häufig ist sie Gast auf internationalen Festivals.
Die Auszeichnung wird am 14. Dezember 2026 im Literaturhaus München verliehen. Geplant sind außerdem Werkpräsentationen im kommenden Jahr im Rahmen des Thomas-Mann-Festivals im April 2027 in Kooperation mit der Stadt Bad Tölz und in Schloss Stein bei Nürnberg in Kooperation mit dem PEN Deutschland.
Die vollständige Pressemeldung können Sie hier nachlesen.

