Veranstaltungen
Thomas Mann-Gesellschaft Hamburg
Dienstag, 21. Juli, 19 Uhr
Dr. Michael Navratil spricht in seinem Vortrag über "Subversionen soldatischer Männlichkeit“.
Thomas Mann gilt gemeinhin nicht als ein Autor des Krieges. Gleichwohl finden sich in seinem literarischen Werk immer wieder Soldatenfiguren, von dem musikalischen Leutnant René Maria von Throta in Buddenbrooks über den ehrliebenden Joachim Ziemßen im Zauberberg bis hin zum Ritter Grigorß im letzten abgeschlossenen Roman Der Erwählte. Auffällig ist dabei allerdings, dass Thomas Manns Soldaten militärisch oft nur wenig tüchtig sind, gar nicht erst in den Krieg
ziehen oder sich, wie Felix Krull, gleich ganz vom Militärdienst freisimulieren. Der Vortrag zeichnet in einer tour de force durch das Werk die Darstellungen unsoldatischen Soldatentums bei Thomas Mann
nach. Dabei wird demonstriert, dass die Soldatenfiguren des literarischen Werks meist nicht
so sehr eingesetzt werden, um Fragen rund um Krieg und Frieden zu verhandeln, sondern dass
an ihnen vielmehr eine bestimmte Geschlechtsproblematik durchdekliniert wird: nämlich das
Thema prekärer Männlichkeit in der Moderne.
Ort: Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
Von-Melle-Park 3
20146 Hamburg
Eintritt frei
Ortsverein BonnKöln
Mittwoch, 28. September, 19 Uhr
Prof. Dr. Michael Seewald ist beim Katholischen Bildungswerk Bonn im Gespräch mit Joachim Frank unter diesem Thema "Das Christentum und die Kultur...oderwie lässt es sich im Arbeitszimmer von Thomas Mann denken und schreiben?" zu Gast. Der Ortsverein BonnKöln ist Kooperationspartner dieser Veranstaltung.
Prof. Dr. Michael Seewald, Lehrstuhl für Dogmatik und Dogmengeschichte, Katholisch-Theologische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München
Joachim Frank, Journalist, Chefkorrespondent der DuMont Mediengruppe und Mitglied der Chefredaktion beim "Kölner Stadtanzeiger"
Mehrere Monate hat Prof. Seewald im Thomas-Mann-Haus in Pacific Palisades gelebt und geschrieben. In diesem Haus, das seit 2018 Gedenk- und Begegnungsstätte der Bundesregierung ist und in dem der deutsche Literaturnobelpreisträger Thomas Mann (1875 bis 1955) mit seiner Familie von 1942 bis 1952 wohnte, ist zum Beispiel Doktor Faustus entstanden.
Der Leibniz-Preisträger Michael Seewald hat sich hier insbesondere der Frage gewidmet, in welchem Verhältnis Religion und Kultur stehen und welche Rolle der Religion in zunehmend säkular aufgebauten Gesellschaften zukommt – dabei wurde er sicherlich inspiriert durch den Ort seines Denkens, das Arbeitszimmer von Thomas Mann.
Nähere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten Sie hier.
Eine Kooperation mit dem Ortsverein BonnKöln der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft und der Görres-Gesellschaft
